Swedenborg und die Kabbala

Ein materialreicher Beitrag von Dr. Bernd Roling

Gegenwärtig werden Swedenborgs Verbindungen zur Kabbala erforscht. In diesem Kontext ist der folgende Beitrag von Dr. Bernd Roling (geb. 1972) sehr aufschlussreich: Bernd Roling, Erlösung im angelischen Makrokosmos: Emanuel Swedenborg, die Kabbala Denudata und die schwedische Orientalistik, in: Morgen-Glantz 16, 2006, S. 385-457.

Daraus die folgenden Kernaussagen: »In der Zeit Swedenborgs gelangt … das Studium der Kabbala an den Universitäten Schwedens zur vollen Blüte. Die Kabbala denudata wird zu einem der meistgelesenen Texte an den orientalistischen Fakultäten Skandinaviens … Swedenborgs erster Zugriff auf die Lehren der Kabbala sind daher … mit großer Wahrscheinlichkeit die Bände Knorr von Rosenroths.« (S. 391) Gegen die »mitunter spekulativ[en]« (S. 387) Thesen von Marsha Keith Schuchard: »… so läßt sich ein erstes Ergebnis festhalten: Swedenborg bedurfte keines Aufenthalts in England, um mit kabbalistischen Ideen in Berührung zu kommen, im Gegenteil, schon während seiner Studienzeit in Uppsala und ebenso den Jahren, die er später dort verbrachte, gab es Möglichkeiten genug, sich die kabbalistische Literatur anzueignen.« (S. 420) »Die Kabbala denudata wurde kommentiert und diskutiert. Es wäre fast paradox, wenn sich Swedenborg nicht an sie erinnert hätte, als er sich nach seiner Bekehrung daran machte, Schritt für Schritt sein theologisches System auszuarbeiten.« (S. 420)